Ratgeber
Das Vorstellungsgespräch vorbereiten
Ein Vorstellungsgespräch macht vielen Menschen Sorgen. Das ist verständlich. Doch je besser Sie sich vorbereiten, desto ruhiger gehen Sie in das Gespräch. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie ein Gespräch abläuft, welche Fragen häufig kommen und wie Sie darauf antworten. Außerdem erfahren Sie, welche Fragen ein Arbeitgeber nicht stellen darf.
So läuft ein Gespräch ab
Ein Vorstellungsgespräch dauert meist 30 bis 60 Minuten. Bei manchen Stellen kann es länger sein. Der Ablauf ist fast immer ähnlich und in mehrere Phasen aufgeteilt.
- Begrüßung und etwas lockerer Einstieg (Small Talk).
- Ihre kurze Selbstvorstellung (etwa 2 bis 3 Minuten).
- Fragen des Arbeitgebers an Sie.
- Ihre eigenen Rückfragen.
- Verabschiedung und ein Ausblick, wie es weitergeht.
Die häufigsten Fragen – und wie Sie antworten
Auf viele Fragen können Sie sich gut vorbereiten. Überlegen Sie sich vorab Stichworte und üben Sie Ihre Antworten laut. So fällt Ihnen das Sprechen im Gespräch leichter.
- „Erzählen Sie etwas über sich.“ – Beginnen Sie mit Ihrer letzten Tätigkeit und führen Sie kurz zur neuen Stelle. Bleiben Sie beruflich, keine lange Lebensgeschichte.
- „Warum bewerben Sie sich bei uns?“ – Nennen Sie einen konkreten Grund, der zu diesem Unternehmen passt.
- „Was sind Ihre Stärken?“ – Nennen Sie zwei bis drei Stärken und belegen Sie jede mit einem kurzen Beispiel.
- „Was sind Ihre Schwächen?“ – Nennen Sie eine echte Schwäche, die nicht zentral für die Stelle ist, und sagen Sie, wie Sie daran arbeiten.
- „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ – Zeigen Sie, dass Sie bleiben und sich weiterentwickeln möchten.
- „Warum haben Sie Ihre letzte Stelle verlassen?“ – Bleiben Sie sachlich und positiv. Sprechen Sie nicht schlecht über frühere Arbeitgeber.
- „Was wissen Sie über unser Unternehmen?“ – Hier hilft Ihre Vorbereitung. Nennen Sie ein paar konkrete Punkte.
- „Welche Gehaltsvorstellung haben Sie?“ – Informieren Sie sich vorher über übliche Gehälter und nennen Sie eine Zahl oder eine kleine Spanne. Weichen Sie nicht aus.
Was der Arbeitgeber nicht fragen darf
Manche Fragen sind unzulässig. Ein Arbeitgeber darf sie nicht stellen, weil sie nichts mit Ihrer Eignung für die Stelle zu tun haben. Wird Ihnen so eine Frage trotzdem gestellt, dürfen Sie ausweichen oder auch unwahr antworten. Das gilt zum Beispiel für:
- eine Schwangerschaft oder die Familienplanung,
- die Religion oder den Glauben,
- die Herkunft,
- politische Überzeugungen,
- den Gesundheitszustand, soweit er für die Stelle nicht wichtig ist.
Recherche und Vorbereitung
Eine gute Vorbereitung gibt Ihnen Sicherheit. Sehen Sie sich die Website des Unternehmens an und informieren Sie sich über die Produkte oder Leistungen. Dann können Sie die Frage „Was wissen Sie über uns?“ gut beantworten.
Bereiten Sie auch eigene Rückfragen vor und schreiben Sie diese auf. Rückfragen zeigen Interesse. Sie können zum Beispiel fragen, wie ein typischer Arbeitstag aussieht, wie das Team aufgebaut ist oder wie die Einarbeitung geplant ist. Nehmen Sie zum Gespräch eine Kopie Ihres Lebenslaufs, Ihre Zeugnisse und einen Notizblock mit.
Kleidung und Pünktlichkeit
Wählen Sie eine ordentliche Kleidung. Welche Kleidung passt, hängt von der Branche ab. Im Zweifel ist es besser, sich etwas formeller zu kleiden als zu locker.
Planen Sie Ihre Anfahrt im Voraus und seien Sie pünktlich. Gut ist, etwa 5 bis 10 Minuten vorher da zu sein. In Deutschland gilt das förmliche „Sie“, bis das Unternehmen das „Du“ anbietet. Sprechen Sie Ihr Gegenüber mit „Frau“ oder „Herr“ und dem Nachnamen an.
Das Video-Interview
Immer öfter findet das erste Gespräch online per Video statt. Bereiten Sie sich auch darauf gut vor.
- Testen Sie die Technik vorher: Kamera, Ton und Internetverbindung.
- Wählen Sie einen ruhigen Raum mit einem aufgeräumten Hintergrund.
- Achten Sie auf gutes Licht, das von vorne kommt.
- Stellen Sie die Kamera auf Augenhöhe, damit Sie geradeaus blicken.
Nach dem Gespräch
Nach dem Gespräch dürfen Sie kurz durchatmen. Es kann einen guten Eindruck machen, wenn Sie sich am Tag danach mit einer kurzen, freundlichen E-Mail für das Gespräch bedanken. Das ist freiwillig. Notieren Sie sich für sich selbst, welche Fragen kamen und was gut lief. So sind Sie beim nächsten Mal noch besser vorbereitet.
Wie FIDES dabei hilft
Sie müssen nicht allein üben. Im Bewerbungstraining bereiten wir Gespräche gemeinsam mit Ihnen vor. Wir üben typische Fragen, Ihre Selbstvorstellung und den Umgang mit unzulässigen Fragen – in Ruhe und in Ihrem Tempo.
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Quellen
Stand: Juni 2026. Dieser Artikel ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
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