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Ratgeber

Lebenslauf & Anschreiben – die Grundlagen

6 Min. Lesezeit

Eine Bewerbung in Deutschland besteht meist aus zwei Teilen: dem Lebenslauf und dem Anschreiben. Der Lebenslauf zeigt knapp und übersichtlich Ihren Werdegang. Das Anschreiben erklärt, warum Sie sich für genau diese Stelle interessieren und was Sie mitbringen. Beide Teile ergänzen sich – sie wiederholen sich nicht. Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, wie beide aufgebaut sind und worauf Sie achten können.

Der Lebenslauf – Schritt für Schritt

In Deutschland ist der tabellarische Lebenslauf üblich. Das bedeutet: Sie listen Ihre Stationen übersichtlich untereinander auf, nicht als Fließtext. Die Reihenfolge ist antichronologisch – Ihre aktuellste oder letzte Station steht oben, die ältere darunter. So sehen Personalverantwortliche zuerst, was Sie zuletzt gemacht haben.

Üblicher Umfang sind ein bis zwei Seiten. Wenn Sie noch am Anfang Ihres Berufslebens stehen, reicht oft eine Seite. Für Zeiträume hat sich das Format Monat und Jahr bewährt, zum Beispiel 03/2022.

  • Pflichtangaben: vollständiger Name, vollständige Postadresse, Telefonnummer und eine seriöse E-Mail-Adresse.
  • Sinnvolle Abschnitte: Persönliche Daten · Berufserfahrung · Ausbildung und Bildungsweg · Kenntnisse und Fähigkeiten (Sprachen, IT, Zertifikate, Führerschein) · bei Bedarf Ehrenamt.
  • Ein Bewerbungsfoto ist nicht vorgeschrieben, in Deutschland aber weiterhin üblich. Wenn Sie eines verwenden, sollte es aktuell und professionell wirken – kein Urlaubsfoto.

Ihre Stärken sichtbar machen

Bei der Berufserfahrung wirkt es überzeugender, wenn Sie nicht nur Aufgaben, sondern auch Ergebnisse nennen. Schreiben Sie also lieber „Kundenberatung für rund 50 Stammkundinnen und -kunden“ als nur „Kundenberatung durchgeführt“. So wird greifbar, was Sie tatsächlich geleistet haben.

Lesen Sie die Stellenanzeige genau und greifen Sie wichtige Begriffe daraus in Ihrem Lebenslauf auf. Viele Unternehmen sichten Bewerbungen zuerst mit Software. Eine einfache, gut lesbare Gestaltung hilft, dass Ihre Unterlagen richtig erfasst werden.

  • Sprachkenntnisse mit Niveau angeben, zum Beispiel „Deutsch – Muttersprache“, „Arabisch – fließend“, „Englisch – Grundkenntnisse“.
  • Lücken im Lebenslauf können Sie kurz und sachlich benennen, etwa „Familienphase“ oder „Erziehungszeit“. Eine nachvollziehbar erklärte Lücke ist kein Nachteil.
  • Einen im Ausland erworbenen Abschluss können Sie mit der Bezeichnung und dem Land angeben. Ob er in Deutschland anerkannt wird, lässt sich über offizielle Anerkennungsstellen klären.

Das Anschreiben – mehr als ein Begleitbrief

Das Anschreiben sollte auf eine Seite passen. Es ist in vier Abschnitte gegliedert: eine kurze Einleitung, einen Hauptteil zu Ihren Kompetenzen, einen Bezug zum Unternehmen und einen Schlussteil. Wenn die Anzeige danach fragt, gehören Gehaltsvorstellung und möglicher Eintrittstermin in den Schluss.

Beginnen Sie nicht mit Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich…“. Sagen Sie stattdessen in eigenen Worten, warum Sie diese Stelle und dieses Unternehmen ansprechen. Im Hauptteil belegen Sie Ihre Qualifikationen mit konkreten Beispielen, gern mit Zeiträumen – ohne den Lebenslauf einfach zu wiederholen. Am Ende steht ein höflicher Schlusssatz, zum Beispiel die Bitte um ein Gespräch.

  • Anrede: Ist die Ansprechperson bekannt, schreiben Sie „Sehr geehrte Frau …“ oder „Sehr geehrter Herr …“. Ist sie unbekannt, passt „Sehr geehrte Damen und Herren“.
  • Schreiben Sie persönlich und mit eigenen Beispielen. Sehr allgemeine, austauschbare Formulierungen fallen schnell auf.

Formales und Einreichen

Lebenslauf und Anschreiben sollten zusammenpassen: gleiche Schriftart, gleicher Stil. Gut lesbare Schriften und eine ruhige Gestaltung wirken professionell. Für Briefe gilt in Deutschland häufig die DIN 5008 als Orientierung – das ist die übliche Norm für Geschäftsbriefe.

  • Speichern und versenden Sie Ihre Unterlagen als PDF, damit die Gestaltung erhalten bleibt.
  • Lesen Sie alles in Ruhe Korrektur – am besten lassen Sie zusätzlich eine Vertrauensperson oder Beratungsstelle darüberschauen.
  • Prüfen Sie, ob die wichtigsten Begriffe aus der Stellenanzeige sich in Ihren Unterlagen wiederfinden.

Wie FIDES dabei hilft

Wenn Sie Ihre Bewerbung gemeinsam mit jemandem durchgehen möchten, kann ein Bewerbungstraining helfen. Dort schauen wir uns Lebenslauf und Anschreiben in Ruhe an, sortieren Ihren Werdegang und üben den Aufbau – verständlich und in Ihrem Tempo.

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